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Der Online-Reiseführer für Lissabon und Umgebung
Karfreitag in PortugalDie Feierlichkeiten zum Karfreitag in Portugal ähneln jenen in anderen romanischen Ländern. Am Abend ziehen Prozessionen, oft mit Teilnehmern mit langen Gewändern und Kapuzen, durch die Dörfer und Städte. Die Menschen bringen Klapp-Stühle mit, die sie an den Straßen aufstellen, um die Prozessionen zu verfolgen. Dies geschieht sogar in Großstädten wie Lissabon. Die Prozessionen sollen an Sterben und Wiederauferstehung Christi erinnern. Dabei wird symbolisch der Leichnam Jesu zu Grabe getragen. Dazu wird feierliche, oft auch fröhliche Musik gespielt. Dies soll die Zuversicht bestärken, die aus christlicher Sicht im Sterben und Wiederauferstehen Christi begründet ist. In vielen Städten, auch in Lissabon, werden während der Prozession alle Lichter in den Häusern und auch Straßenlampen ausgeschaltet. Stattdessen zünden die Menschen Kerzen an. Die portugiesischen Azoren sind am Karfreitag ein Pilgerort. Die so genannten Romeiros, die sich gegenseitig Brüder nennen und an einem Tuch um den Kopf und einem Stock in der Hand zu erkennen sind, ziehen durch die Ortschaften, singen und beten. Seinen Ursprung hat das Ritual im 16. Jahrhundert, als Tausende bei Vulkanausbrüchen auf der Insel ums leben kamen. Bei dem heutigen Brauch wird um Gottes Segen gebeten. Die Pilger werden überall freundlich aufgenommen. Der Herr des Hauses wäscht ihnen in der Regel sogar die Füße. Die Karfreitagsprozession in Faro zählt als zweitgrößtes religiöses Event der Algarve und wird üblicherweise von Tausenden besucht. Im Jahr 2009 musste sie jedoch ausfallen, weil die Kirche, von der aus die Prozession beginnt, als baufällig befunden wurde, dass man dort Gefahr für Leib und Leben befürchtete.
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